Nun war es endlich wieder so weit: Ein neuer Haik stand vor der Tür! Sechs Kinder hatten sich angemeldet und waren bereit, gemeinsam ein Wochenende voller Abenteuer, Natur und Überraschungen zu erleben.
Wie es bei unseren Haiks inzwischen schon fast Tradition ist, wusste natürlich keines der Kinder vorher, wohin die Reise gehen würde. Die genaue Route blieb bis zum Start geheim – schließlich gehört ein bisschen Ungewissheit zu einem richtigen Pfadfinderabenteuer einfach dazu.
Freitag – Aufbruch ins Ungewisse
Los ging es zunächst mit einer gemeinsamen Busfahrt nach Kitzscher. Am dortigen Busbahnhof angekommen, begann unser Haik dann ganz offiziell. Ab jetzt waren die eigenen Füße das wichtigste Fortbewegungsmittel.
Die Kinder erhielten eine Karte, auf der das erste Tagesziel eingezeichnet war. Dort sollte sich auch unser Schlafplatz für die erste Nacht befinden. Eine fertige Wegbeschreibung gab es natürlich nicht. Nun hieß es: Karte lesen, Orientierung behalten, gemeinsam überlegen und vor allem den richtigen Weg finden.
Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten bei der Orientierung fanden die Kinder schließlich doch noch den richtigen Pfad. Damit konnte das eigentliche Abenteuer beginnen. Schritt für Schritt führte uns der Weg in Richtung Hainer See.
Nach einigen Kilometern erreichten wir schließlich einen schönen Platz, an dem wir unser erstes Nachtlager aufschlagen konnten. Die Rucksäcke wurden abgesetzt und schnell machten sich alle daran, die Tarps für die Nacht aufzubauen. Anschließend wurde Feuer gemacht und gemeinsam das Abendessen vorbereitet.
Nach dem langen ersten Marsch schmeckte das Essen natürlich besonders gut. Langsam wurde es dunkel und mit dem Verschwinden der letzten Sonnenstrahlen kehrte Ruhe ein. Ohne Zelt, nur geschützt durch unsere Tarps, lagen wir schließlich in unseren Schlafsäcken unter freiem Himmel.
Über uns der Sternenhimmel, um uns herum die Natur – viel mehr braucht es manchmal gar nicht.
Nach einem ereignisreichen ersten Tag dauerte es nicht lange, bis nach und nach Ruhe in unserem Lager einkehrte und alle ihre wohlverdiente Nachtruhe fanden.
Samstag – Vom Hainer See zum Störmthaler See
Am nächsten Morgen hieß es frühzeitig wieder: raus aus den Schlafsäcken! Nach dem Frühstück wurde das Lager abgebaut, alles wieder ordentlich in den Rucksäcken verstaut und der Platz selbstverständlich so hinterlassen, wie wir ihn vorgefunden hatten.
Dann wurde das nächste Ziel bekannt gegeben: der Störmthaler See.
Damit lag eine weitere abwechslungsreiche Etappe vor uns. Unser Weg führte unter anderem durch Rötha, vorbei am Röthaer Stausee und an einer Motocrossstrecke. Anschließend ging es weiter in Richtung Störmthaler See.
Natürlich durfte dabei auch eines der weithin sichtbaren Wahrzeichen der Region nicht fehlen: der Schmetterling am Störmthaler See. Er zeigte uns gleichzeitig, dass wir unserem nächsten Ziel schon ein gutes Stück nähergekommen waren.
Das Wetter meinte es an diesem Wochenende besonders gut mit uns. Bei Sonnenschein und angenehmem Wanderwetter konnten wir die Strecke zurücklegen und die Landschaft genießen. Natürlich waren die vielen Kilometer mit den Rucksäcken auf dem Rücken irgendwann in den Beinen zu spüren. Trotzdem wurde weitergelaufen – schließlich wartete am Ende des Tages unser nächster Schlafplatz auf uns.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich unser Ziel. Da wir noch bei Tageslicht ankamen, konnten die Tarps dieses Mal ganz entspannt aufgebaut und das Nachtlager vorbereitet werden.
Und weil die Sonne noch einmal alles gab, ließen es sich einige Kinder nicht nehmen, in den Störmthaler See zu springen. Vermutlich war es für dieses Jahr die letzte Gelegenheit zum Baden unter freiem Himmel. Mutig ging es also noch einmal ins Wasser – während andere lieber vom trockenen Ufer aus zuschauten.
Anschließend verbrachten wir den Abend wieder gemeinsam an unserem Lagerplatz. Nach den vielen Kilometern des Tages waren irgendwann auch die letzten Gespräche beendet und die Schlafsäcke wurden gerne aufgesucht.
Eine zweite Nacht unter freiem Himmel lag vor uns.
Sonntag – Die letzte Etappe
Am Sonntagmorgen war allen klar: Heute lag die letzte Etappe unseres Haiks vor uns.
Also wurde noch einmal ordentlich gefrühstückt, damit genügend Energie für die verbleibenden Kilometer vorhanden war. Danach hieß es ein letztes Mal: Tarps abbauen, Schlafsäcke einpacken, Rucksäcke schultern und los!
Mittlerweile hatte sich auch beim Kartenlesen und bei der Orientierung einiges getan. Was zu Beginn des Haiks noch für die eine oder andere Unsicherheit gesorgt hatte, funktionierte zunehmend besser. Gemeinsam wurde überlegt, welche Richtung die richtige war und wie wir unserem Ziel näherkommen würden.
Kilometer für Kilometer ging es schließlich zurück in Richtung Heimat. Das Ziel der letzten Etappe war unser Pfarrhaus in Naunhof.
Und irgendwann war es tatsächlich geschafft: Nach drei Tagen, zwei Nächten unter freiem Himmel und unzähligen gemeinsamen Erlebnissen erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt in Naunhof.
Am Ende zeigte die Bilanz beeindruckende 43,7 Kilometer, die wir an diesem Wochenende zu Fuß zurückgelegt hatten.
Doch die Zahl allein beschreibt unseren Haik nur unzureichend. Viel wichtiger waren die Erlebnisse unterwegs: gemeinsam den richtigen Weg finden, sich gegenseitig helfen, mit dem Gepäck auf dem Rücken auch dann noch weiterlaufen, wenn die Beine langsam schwer werden, das eigene Nachtlager aufbauen, gemeinsam am Feuer sitzen, unter dem Sternenhimmel schlafen und einfach draußen unterwegs sein.
Und genau darum geht es bei einem Haik.
Man weiß am Anfang vielleicht noch nicht genau, wohin der Weg führt. Manchmal läuft man auch ein kleines Stück in die falsche Richtung. Aber gemeinsam findet man am Ende doch ans Ziel.
Bei bestem Wetter, viel Sonnenschein und mit jeder Menge Erlebnissen im Gepäck ging damit ein wunderschönes und sicherlich für alle Beteiligten unvergessliches Wochenende zu Ende.
Wir freuen uns schon auf den nächsten Haik!
Die Turmfalken Naunhof
Gut Jagd / Gut Pfad

































